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Zur über 550-jährigen Geschichte des Karnevals in Stadtilm/Thüringen
(Stadtilm liegt 25 km südlich der Landeshauptstadt Erfurt und hat heute ca. 5 000 Einwohner)
Nach geschichtlichen Überlieferungen veranstaltete das traditionelle Tuchmacherhandwerk unserer Stadt schon festliche Umzüge (1457 erstmals erwähnt), bei denen sie mit Musik und Gesang durch die Stadt zogen und ihren Meistern einen Besuch abstatteten. Später veranstalteten verschiedene Vereine Maskenbälle. Im Jahre 1937 wurde erstmalig der Gedanke aufgegriffen, einen Volkskarneval durchzuführen. Der aus dem Rheinland stammende Karl Ditscher wollte seine dortigen Erfahrungen hier in Stadtilm in die Tat umsetzen. Dieser Gedanke wurde jedoch durch den Ausbruch des Krieges gestoppt.
Von 1947 - 1952 wurden in verschiedenen Gaststätten Stadtilms Kostümfeste und Maskenbälle veranstaltet.
Im Januar 1953 fanden sich einige Stadtilmer zusammen, die sich zum Ziel gesetzt hatten, den Volkskarneval neu ins Leben zu rufen und zur Tradition aller Stadtilmer werden zu lassen. Die gesamte Bevölkerung Stadtilms beteiligte sich an dieser Veranstaltung, so dass ein Umzug mit 14 Festwagen der örtlichen Industrie und zahlreichen Laufgruppen zu Stande kam. Bereits in diesem Jahr entstand die Tradition, den Stadtschlüssel an den Stadtkommandanten zu überreichen und so die Rechte symbolisch für die ,,drei tollen Tage” an die Karnevalisten zu übergeben. Seither wird die Tradition dieses Volkskarnevals durch den Stadtilmer Carneval Club fortgesetzt und Stadtilms Kulturlandschaft jedes Jahr durch zahlreiche Büttenabende, den großen Festumzug und die Carnevalszeitung ,,€žDie Blaunase” bereichert.
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